Das Symbol als Schöpfungsmuster & Heilige Geometrie
Die „Blume des Lebens“ fasziniert Menschen seit Jahrtausenden. In spirituellen Kreisen gilt sie als universelles Schöpfungsmuster und zentrales Symbol der Heiligen Geometrie. Ihre symmetrische Struktur, bestehend aus sich überlappenden Kreisen, wird nicht nur als ästhetisch harmonisch empfunden, sondern soll auch die Grundprinzipien von Leben, Natur und Universum widerspiegeln.

Begegnungen mit dem Symbol
Manchmal kommt es während Reisen zu neuen Begegnungen mit Menschen – sie erzählen einem mehr über ihre Weisheit und manches resoniert in dir. Manches auch nicht. Es ist ein tiefes Gefühl von innerer „Wahrheit“ – wenn du auf bestimmte Themen stößt. Es ist so als würde deine Seele mit dir kommunizieren und sagt: Das ist großartig. Das ist ja neu für mich, aber altes Wissen. Das ist ja MYSTISCH.
Darum geht es hier. Die Zentralamerika-Reise hat uns auf dieses Symbol aufmerksam gemacht. Es ist quasi Teil von uns geworden in Form eines Tatoos.
Spüre in dich hinein. Die Welt ist aufgebaut in Formen, in Muster. Der Aufbau und die Wahrnehmung der Realität folgen einem bestimmten Muster, wenn wir nur genau beobachten. Denn genau das ist die Gabe alter Zivilisationen und Philosophen, die über einen scharfen Verstand verfügten. Beobachte, um die Welt zu erkennen.
Vielleicht war es der geniale geistige Verstand bekannter Philosophen: Pythagoras, Platon, Aristoteles – der uns zum Verständnis geholfen hat? Eine Genialität, Formen und Muster, wie sie mit dem geistlichen Verstand erdenkbar waren, so präzise in Form und Zahl darzustellen. Faszinierend ist die Verbindung von Form und neue Formen entstehen zu lassen, durch das simple in Relation setzen.
Pythagoras (ca. 570–495 v. Chr.)
„Alles ist Zahl.“
- Kerngedanke: Mathematik bildet die Struktur und Ordnung der Welt.
- Moderne Parallele: Physik, Musik, Naturgesetze – alles mathematisch fassbar.
Warum ist dieses Symbol so spannend und mystisch?
Ganz einfach. Es ist nicht das Zeichen selbst, das spannend ist. Es ist der Anfang, wie es entstanden ist. Um das vollständige Symbol (Muster) der Blume des Lebens zu erhalten, fängt man mit einem Kreis an. Der Kreis symbolisiert für mich den Anfang von allem. Es ist wie ein ewiges Nichts, wir befinden uns in der „EIN-heit“ – da es ja nur aus einem Kreis entsteht. Es ist der Beginn von allem. Es gibt keinen Referenzpunkt, es ist unberührt von dem „anderen“ – es existiert in sich selbst.
Anaximander (ca. 610–546 v. Chr.)
„Das Unbegrenzte (Apeiron) ist Ursprung und Ende aller Dinge; aus ihm entstehen Himmel und Erde und alles, was in ihnen ist.“
- Kerngedanke: Alles kommt aus dem Unendlichen und kehrt dorthin zurück.
- Meine persönliche Parallele: Das Apeiron ist wie ein Urpotential, aus dem die Welt entsteht – fast wie ein philosophisches „Quantenfeld“.
Nun zeichnet man den zweiten Kreis auf. Und man befindet sich in der Dualität – da nun ein „Zwei“ existiert. Wie Himmel und Erde. Gegensätze entstehen durch Dualität. Diese Form (der zwei Kreise) wird auch Vescia Picis genannt. Durch die (perfekte) Verbindung zweier Kreise ist aus der Einheit, eine „Zwei-„heit geworden. Es gibt nun einen Referenzpunkt – es gibt nun „das Andere“ – dadurch, dass sich die beiden Kreise berühren. Es existiert eine „Verbindung“ – oder auch Beziehung zueinander. Nun kommt der dritte Kreis. Dies symbolisiert die Trinität.

Was präsentiert die Vescia Picis?
Grundform – Vesica Piscis
- Die zwei gleich großen Kreise schneiden sich so, dass der Mittelpunkt jedes Kreises genau auf dem Rand des anderen liegt.
- Die linsenförmige Überlappung heißt Vesica Piscis.
- Sie ist eine der fundamentalsten Konstruktionen der Geometrie: Aus 1 Kreis → 2 Kreise → Beziehung.
Was ist in der Vescia Picis an Formen enthalten?
- Zwei identische Kreise
– Mittelpunkt A liegt auf dem Rand von Kreis B
– Mittelpunkt B liegt auf dem Rand von Kreis A
→ das erzeugt die Vesica Piscis - Schnittpunkte der Kreise
– oben und unten entstehen zwei exakt definierte Punkte
– diese Punkte bilden bereits ein gleichseitiges Dreieck mit den Mittelpunkten - Spiegelung dieses Dreiecks
– Dreieck nach oben
– Dreieck nach unten
→ beide sind gleichseitig, gleich groß, gleich zentriert - Überlagerung der beiden Dreiecke
→ ergibt das Hexagramm (Davidstern)

Die Blume des Lebens ist uralt, geheimnisvoll und ein Relikt
Auf meinen Reisen bin ich immer wieder auf dieses besondere Muster gestoßen: überlappende Kreise, die zusammen eine fast perfekte Blüte ergeben – die Blume des Lebens. Viele sagen, sie sei uralt, geheimnisvoll und ein Relikt alter Hochkulturen. Aber was weiß man eigentlich wirklich darüber?
Der Blume des Lebens auf der Spur im nahen Osten
Kurz gesagt: Die ältesten Spuren führen in den Nahen Osten – in Regionen, die heute zu Syrien, Irak und Iran gehören. Die meisten archäologischen Funde mit diesem Muster (oder der sehr ähnlichen sechsblättrigen Rosette) stammen aus der Zeit zwischen 1400 und 500 v. Chr. (vgl. Manninen, 2015).

Was viele in der Blume des Lebens sehen
Heute wird die Blume des Lebens oft spirituell gedeutet. Die Autorin Mastroberte beschreibt sie so:
„Die Blume des Lebens ist ein heiliges Symbol für Schöpfung und den vollständigen Zyklus der Entstehung. Sie gehört zur sogenannten Heiligen Geometrie, und in ihrem Muster sind weitere Symbole dieser Geometrie enthalten.“
Oder einfacher gesagt:
Die Blume des Lebens steht für Anfang, Wachstum, Verbindung und Vollendung. Aus ihrem Grundmuster lassen sich andere bekannte Formen ableiten – etwa der Samen des Lebens oder komplexere geometrische Strukturen. Für viele Menschen ist sie deshalb eine visuelle Erinnerung daran, dass alles miteinander verbunden ist.

Frühe Spuren auf Reisen durch die Antike
Schon sehr früh findet man ähnliche Muster:
- Iran (Marlik-Kultur): verzierte Becher, ca. 1400 v. Chr.
- Ägypten: Holzobjekte mit Kreisornamenten, ca. 1500 v. Chr.
- Mykene & Zypern: Gold- und Elfenbeinarbeiten, ca. 1600 v. Chr.
Später griffen die Phönizier das Muster auf – logisch, denn sie waren mitten im wichtigsten Handelsgebiet zwischen Ägypten und Mesopotamien unterwegs.
Und wo findet man diese Symbole überall auf der Welt?
DIese Karte zeigt euch alle verschiedenen Standorte, wo die Blume des Lebens bisher vorgefunden wurde.
Und Leonardo da Vinci?
Um 1500 n. Chr. griff Leonardo da Vinci das Thema wieder auf. Ihn faszinierte das Kreis- und Wabengitter, weil es überall in der Natur vorkommt – bei Bienen, Schneeflocken oder Pflanzen. Für ihn war es weniger spirituell, sondern ein Schlüssel zum Verständnis der Welt.
Zu den Quellen
Manninen, M. (2015). Artifacts of the Flower of Life.
https://artifacts.flowerofliferesearch.com